Master and Servant

Gerade sitze ich über meinem Einkaufszettel für die nächste Woche, als mir wieder die Bilder vom letzten Einkauf in den Sinn kamen. Denn da habe ich was erlebt – ich muss es euch unbedingt berichten.

Ein älteres Ehepaar fiel mir auf. Er hieß Heinz, ihren Namen habe ich nicht verstanden. Sie nur so hoch wie ein Stuhl, dafür mit Kasernenton ausgestattet und vom Gang  aus Heinz dirigierend, der zwischen den Regalen herum sprang und ihre Befehle ausführte. Ein Bild für die Götter. Denn oftmals tat Heinz das nicht zu ihrer vollsten Zufriedenheit, sodass er nochmals los musste, um den gewünschten Artikel zu suchen.

Da das für mich so skurril war, habe ich die beiden ein wenig im Auge behalten. Sowas bekomme auch ich nicht jeden Tag geboten. Heinz brachte weiße Eier, seine Frau wollte aber braune. Also ging Heinz wieder zurück, suchte braune Eier und zeigte diese seiner Frau. Die wiederum waren aber nur aus Bodenhaltung, Madame wünschte aber Freilandeier. Also Heinz wieder Retour und auf der Suche nach brauen Freilandeiern. Und so ging das mit allen Dingen. Ob Joghurt, das Brot oder die Äpfel, Heinz brachte nie das Richtige und seine Holde, sehr erbost darüber, forderte ihn mit lauter und eindringlicher Stimme auf, dies zu korrigieren. Sie selbst hielt sich natürlich nur im Gang auf und am Wagen fest. Vielleicht hatte sie ja Angst, dass dieser umkippen könnte.

Heinz hatte einfach nichts zu lachen. Immer nur Feuer von seiner Angetrauten. Und wer sich in aller Öffentlichkeit schon so gibt, wird in den heimischen vier Wänden sicherlich nicht anders sein. Er tat mir richtig leid. Ich hätte ihm am liebsten über den Kopf gestreichelt und einen Keks gegeben, war mir aber nicht sicher, ob das erlaubt war. Denn der strenge Ton und der forsche Auftritt der Frau gaben mir schon zu Denken. Hatte ich es hier eventuell mit einer Domina im Ruhestand zu tun? Wenn nicht, kann ich ihr nur sagen, dass sie ihren Beruf verfehlt hat. Denn als Domina wäre sie perfekt gewesen.

Mir kam da auch gleich wieder ein Song von meiner Lieblingsband in den Sinn: Master and Servant von Depeche Mode. Ja, ein alter Gassenhauer aus dem Jahre 1984 und zu meiner großen Freude auf der gerade zu Ende gegangenen Tour nach vielen Jahren wieder live gespielt. Was ich alles mit dieser Musik verbinde. Ich kann es euch gar nicht alles sagen. Es würde den Rahmen hier deutlich sprengen. Aber wahrscheinlich werde ich in nächster Zeit des öfteren diese Band in meinen Berichten erwähnen. Sie haben es einfach verdient und mein Leben entscheidend beeinflusst und geprägt…

Ok, ich schweife ab. Sorry. Aber genau das, was in diesem Song der geniale Martin Gore verewigt hat, erlebte ich in diesem Moment. Als ich zu Hause ankam, legte ich auch gleich mal die lange Rille davon auf und lachte mich kaputt über das soeben erlebte.

In diesem Sinne: Let´s play Master and Servant

Eure Anna

Allgemein

2 Gedanken zu “Master and Servant

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