Ja – ich lebe!

Eigentlich wollte ich heute über ein anderes Thema schreiben, aber dieses hier hat sich schlicht und ergreifend auf penetrante Art und Weise aufgedrängelt, sodass ich ihm den Vortritt gegeben habe. Ich möchte heute über das schöne Frühlingswetter schreiben. Ja, genau, richtig gelesen. Das Wetter. Oh, ich weiß schon, was einige jetzt denken: der fällt nix mehr ein, muss halt das Wetter herhalten.

Aber, Freunde des guten Geschmacks: schaut doch mal raus. Die Sonne. Sie scheint. Es ist nicht zu glauben. Und Temperaturtechnisch bewegen wir uns auch im positiven Bereich. Wer konnte denn ahnen, dass das nochmal was wird mit dem Frühling. Ich hatte ehrlich gesagt schon Angst, dass die gute alte Sonne bei den Sparplänen der Regierung mit unter die Räder gekommen ist. Oder gar abgeschafft wurde. Immerhin hat sie im Regelsatz für Hartz IV Empfänger nichts zu suchen. Die hätten ja mehr davon als die arbeitende Bevölkerung, und das geht nun gar nicht….

Nein, Spaß beiseite. Ich habe gerade – das erste Mal in diesem Jahr – das Gefühl zu leben. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und ich bin dabei, ein wenig Vitamin D auf meinem Balkon zu tanken. Dieser Umstand gibt mir so viel Lebensfreude und Energie, das es fast nicht in Worte zu fassen ist. Gott, wie ist das Leben schön. Ok, es ist noch alles ein wenig grau und trist, aber Shit Happens, auch das wird noch. Und für alle, die nach einer solch langen und trostlosen Winterphase nicht mehr wissen, was das ist, was da gerade draußen abgeht, einige Merkmale dieser Jahreszeit : Sonne, milde Temperaturen, erste Blumen, die Blätter wachsen an Bäumen und Sträuchern, die Vögel zwitschern und man sollte nun schnellstmöglich Fliegengitter für die Fenster kaufen.

Bei solch einem positiven Wetter werden auch meine hausfraulichen Aktivitäten gleich intensiver. Der Staub ist grob entfernt, die Waschmaschine läuft und ich habe das Spielzeug von meinem Sohnemann aufgeräumt und sortiert. Der wird sich sicherlich vor Freude kaum halten können, wenn er sieht, dass seine alte Mama (so nennt er mich) sein ihm heiliges Chaos beseitigt hat. Als Bestrafung dafür wird er mich wohl 10 Minuten ignorieren. Aber auch das wird mir heute meine gute Laune nicht verderben können.

In diesem Sinne: geniest das schöne Wetter. Wer weiß, ob es nicht doch noch wegdiskutiert wird….

Eure Anna

Hallo – oder wie schreibt man hier?

Es freut mich sehr, das ihr es schon mal bis hierher – zu mir – auf diese Seite geschafft habt. Ich hoffe, dass euch meine Beiträge ein wenig unterhalten, zum Lachen bringen, aber auch zum Nachdenken anregen. Im Allgemeinen schreibe ich über das Leben. Gerne ein wenig über mein eigenes, aber ihr werdet auch Geschichten finden, die von anderen handeln. Von Menschen, deren Lebensgeschichte mich fasziniert, bewegt, erschüttert oder traurig gemacht hat.

Um ein wenig Ordnung ins Chaos zu bringen, habe ich alles in Rubriken unterteilt, die oberhalb des Bildes zu finden sind. Ich persönlich finde, dass dies die Orientierung erleichtert. Noch habe ich nicht alle Button belegt, aber ich arbeite dran und stelle nun nach und nach alles online. Da ich mich hier erst einmal „einarbeiten“ muss, ist die Seite noch nicht ganz so perfekt. Aber alle haben irgendwann mal angefangen und ich hoffe ihr verzeiht mir, dass alles noch nicht ganz perfekt ist.

Wer Fragen und Anregungen hat, darf mir sehr gerne schreiben. Ich freue mich über jeden Kommentar, der konstruktiv ist. Mit Beleidigungen ect. hoffe ich mich hier nicht auseinandersetzen zu müssen. Ich gehe davon aus, dass wir alle alt genug sind und wissen, wie man sich anderen gegenüber zu verhalten hat.

In diesem Sinne: viel Spaß auf meinen Seiten

Eure Anna

Schulanmeldung extrem

Juhu, wir haben es geschafft: heute habe ich meinen Sohn an einer privaten Grundschule angemeldet. Ob er angenommen wird, steht noch in den Sternen, aber den  Anmeldemarathon überstanden zu haben, ist auf jeden Fall eine Meldung wert.

Punkt 13 Uhr fiel der Startschuss für das Rennen um die heiß begehrten Plätze. Wir waren pünktlich vor Ort. Leider hatten sich auch einige andere vorgenommen, die Ersten zu sein, sodass der Flur vor dem Direktorenzimmer reichlich mit schulwilligen Kindern und noch willigeren Eltern gefüllt war. An dieser Stelle dachte ich noch, dass dies nicht weiter schlimm ist. So eine Anmeldung kann schließlich nicht ewig dauern. Gut vorbereitet wie ich immer bin, hatte ich alle Unterlagen sorgfältig zusammen getragen und griffbereit. Denn es galt, einen ersten Eindruck zu hinterlassen. Im besten Falle einen positiven, um nicht gleich in der ersten Auswahlrunde auf der Strecke zu bleiben. Doch womit kann ich punkten? Noch dazu an solch einer Schule? Das Klientel, welches man an einer Privatschule erwartet, war schließlich schon reichlich vertreten und präsentierte sich entsprechend. Die üblichen Verdächtigen drängelten sich in großer Anzahl auf schon erwähnten kargen und miefigen Flur, sich bestmöglich in Szene setzend und das einzuschulende Kind präsentierend. Finja saß gestriegelt und gebügelt neben Johannes, während mein Sohnemann über die Flure tobte, ersten Bodenkontakt mit seinen Knien und Händen suchte und die noch anwesenden Schulkinder beobachtete. Wenn ich ehrlich bin, fühlte ich mich in diesem Moment merklich unwohl und fehl am Platze. Was will ich da eigentlich? Habe ich zu hoch gepokert? Sollten wir uns nicht viel lieber ganz still und heimlich vom Acker machen und zu unseres Gleichen gehen? Ab, zurück aufs Hundeplätzchen? Da wo wir hingehören?

Glücklicherweise erschien genau in diesem trostlosen Moment Nele samt ihrer netten Mama auf der Bildfläche. Nele geht mit meinem Sohn in eine Kindergartengruppe. Die Beiden sind ganz dicke und Nele – inklusive Eltern – möchte auch gerne diese Schule besuchen. Der einzige Lichtblick an dieser sonst recht seltsamen Veranstaltung. Zwei normale Menschen zum Reden und Analysieren. Danke.

Die Sekretärin verteilte nun an alle umfangreiche Fragebögen, die, des ersten Eindrucks wegen, bestmöglich auszufüllen waren. Die Fragen hätten genauso gut bei einem Bewerbungsgespräch um den Posten des Vorstandsvorsitzenden einer Bank verwendet werden können. Einmal komplett die Hosen runterlassen – bitte.

Nach und nach wurden die Bewerber zum eigentlichen Anliegen, dem Anmelden vorgelassen. Und auch wir waren nach geschlagenen 2,5 Stunden endlich an der Reihe, um die heiligen Hallen des Schulvorstandes zu betreten. Mein Sohn war inzwischen zu nichts mehr zu gebrauchen. 6 Uhr aufstehen, Fasching im Sportverein, kein Mittagschlaf und dann diese schlaffe Veranstaltung auf dem Flur hatten deutliche Spuren hinterlassen. Da war nichts mehr zu erwarten. Trotzdem muss ich sagen, dass er sich sehr tapfer geschlagen hat. Selbst im Direktorenzimmer hat er noch Fragen beantwortet, gemalt, den Klebestift missbraucht (er nennt das ganz kreativ „basteln“) und diverse andere Tests über sich ergehen lassen. Er hat schlicht und einfach das Beste aus dieser Situation heraus geholt.

Ob das unser bester Eindruck war, den wir hinterlassen haben, kann ich nicht sagen. Aber wir waren ehrlich und authentisch. So wie wir sind. Nichts schön geschminkt oder gestellt. Nun liegt es an der Schule zu entscheiden, ob sie mit uns – so wie wir sind – klar kommt und meinen Sohn aufnimmt, oder eben nicht.

SMS Junkies

Beim abendlichen Zappen durch die deutsche Fernsehlandschaft stolperte ich über eine Verbraucherinformation, die eigentlich jedem Betriebswirt das blanke Entsetzen ins Gesicht zaubern sollte. Ein Angebot, das bei voller Ausschöpfung durch den Verbraucher in keinster Weise rentabel sein kann: ein bekannter und vor allen Dingen bei Jugendlichen sehr beliebter Musiksender bot dort bei Abschluss eines Handyvertrages 5000 SMS für sage und schreibe 14,95 Euro pro Monat feil. Tja, was soll ich sagen. Bei solch einem Angebot hat es selbst mir als allseits bekannte Schnäppchenjägerin fast die Schlappen von den Füßen gehauen. Das kann doch nur ein Werbegag sein. Da ich solch eine Sache nicht ohne Beachtung und genaueren Recherchen an mir vorbeiziehen lassen konnte, habe ich mich auf die Suche nach dem berühmt berüchtigten „Haken“ gemacht. Denn irgendwo musste meiner Meinung nach eben jener welcher zu finden sein. Widererwartend wurde ich positiv überrascht. Auf den ersten Blick konnte ich keine Verbraucherfalle ausfindig machen. Das Angebot steht – man muss nur zugreifen. Selbst die Minutenpreise für Telefonate bewegen sich im üblichen Bereich für „Vertragshandys“. Alles ok soweit.

Einige Fragen drängten sich mir allerdings unweigerlich auf. 5000 SMS? Wie viel ist das? Darum blieb mir nichts anderes übrig, als genauer nachzurechnen. Ja, liebe Jugendfreunde, dass wird euch jetzt wahrscheinlich wundern, aber als Mutti zur Schule ging, gab es auch schon das Fach Mathematik. Es ist schon sehr lange her, aber die Grundrechenarten beherrsche ich. Und damit alle meine Rechnung nachvollziehen können, hier der Lösungsweg. Also, wenn wir von 30 Tagen pro Monat ausgehen (rechnet sich leichter), sind das rund 166 SMS am Tag. Ziehen wir mal von den zur Verfügung stehenden 24 Stunden – die ein Tag so mit sich bringt – die obligatorischen 8 Stunden Schönheits- und Erholungsschlaf ab, wären das rund 10 SMS pro Stunde. Wow. Das schaffe ich nicht in einer Woche. Da frage ich mich ernsthaft, ob da jemand ohne Hobby ist? Die Zeit muss man erst mal aufbringen, um diese Anzahl von SMS unter die Leute zu bringen. Und was sind das für Leute, die 5000 SMS pro Monat verschicken oder verschicken wollen? Warum? Was schreibt man da und vor allen Dingen wem? Wen belästigt man so penetrant auf diese Art und Weise? Sind wir heutzutage nur noch in der Lage über Kurznachrichten zu kommunizieren?  Haben wir uns denn gar nicht ´s mehr zu sagen? Persönlich? In einem Gespräch?

Um auch die Frage nach dem „wer“ beantworten zu können, begab ich mich in ein Fastfood Restaurant meines Vertrauens. Ein beliebter Treff der U18 Generation. Die Zielgruppe, die ich hinter diesem Angebot vermutete. Und ich fand sie sofort – meine Probanden. In diesem Alter scheint es üblich zu sein, sich in einer Lautstärke zu unterhalten, die man sonst nur bei Leuten mit einer Hörschwäche vermutet. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass man um jeden Preis auffallen möchte? Oder doch schon einsetzende Taubheit? Ich kam nicht umhin, ein Gespräch von 2 jungen Mädchen zu verfolgen. Die beiden schätzte ich auf ca. 13-14 Jahre ein. Zahnspange, die Kleidung zu eng und zu kurz – es mag am schnellen Wachstum liegen – die Schminke ein wenig zu dick aufgetragen. Typische Anzeichen für Pubertät. In ihrem Gespräch ging es um Jungs, das Handy und Kreditkarten. Ein bunter Strauß von Themen, über die ich mir in dem Alter noch keine Gedanken machte. Oder machen musste, da es zu dieser Zeit weder Kreditkarten noch Handys gab. Tja, die Zeiten ändern sich und damit auch die Probleme der Jugendlichen. Da wird sich aufgeregt, dass die Olle (Entschuldigung, das habe ich so aufgeschnappt) immer noch nicht die Prepaid Kreditkarte der holden Tochter aufgeladen hat, ein bestimmter Junge sich unter Todesdrohungen nicht wagen soll anzurufen und die neuesten Klingeltöne und Handyspiele werden ausgewertet und getauscht. Ohne diese funktioniert anscheinend nichts mehr und es scheint, als ob genau diese Dinge den Status der besitzenden Person auf- oder abwerten. Beide saßen während ihrer Unterhaltung fortwährend mit Handy im Anschlag da und ließen die Finger wieder und wieder in Windeseile nebenbei über die Zahlenfelder fliegen. Da war sie also: die Generation Kurznachrichten. Wie sie lebt und liebt. Laut, unverständliche Musik aus dem billigen Handy dröhnend, albern und sich gegenseitig beleidigend. Soll das unsere Zukunft sein? Ist das wirklich alles, was uns in Zukunft ausmacht? Oder gibt es doch noch Hoffnung auf Besserung?

Ich war todesmutig und habe mich getraut, meine zwei Probanden anzusprechen. Die Verwunderung bei ihnen war groß, was die alte Frau denn möchte, aber dann kamen wir doch in ein lockeres Gespräch. Ich bin 35, das fällt in den Kreisen unter scheintot.  Mit meinem losen Mundwerk konnte ich die beiden überzeugen, dass man sich in meinem Alter nicht nur für Stützstrümpfe und Inkontinenzeinlagen interessiert, sondern durchaus auch noch am Weltgeschehen und am gesellschaftlichen Leben teilnimmt. So erfuhr ich, dass jede über 150 Kontakte in ihrem Handy hatte, mit denen man jederzeit kommunizieren kann und auch muss, um die Freundschaft immer am Laufen zu halten. Gerne auch mal während des Unterrichts. Auch wenn der Kontaktierte nur 2 Bänke weiter sitzt, ist es doch leichter, eine SMS zu schreiben, als die Dinge, die man mitteilen möchte, einfach so durch den Raum zu rufen. Immerhin könnten da 25 andere Ohrenpaare mithören, vorausgesetzt dass deren Träger nicht auch gerade damit beschäftigt sind, ihre Kontakte mit Kurznachrichten zu versorgen. Die Zeiten, in denen man noch mit Hilfe eines kleinen Zettels seine Infos durch den Klassenraum geschickte, sind also definitiv vorbei. Das Handy ist zum Kommunikationsmittel Nummer eins aufgestiegen.

Meine zwei Mädels erzählten mir ein paar Begebenheiten aus ihrem für sie sehr aufregenden und anstrengenden Leben, ohne eigentlich zu wissen, wie anstrengend das wirkliche Leben ist. Im Prinzip machen sie es sich selbst nur schwer. Der Kontakt zu unzähligen ach so wichtigen Freunden muss immer gehalten werden, in der Hoffnung, selbst dadurch nicht in Vergessenheit zu geraten. Ich nenne das „Anbiedern um jeden Preis“. Denn die vielen Freunde, die da angeblich vorhanden sind, sind nur Oberflächlich. Man kann nicht zu 150 Menschen gleichzeitig eine feste Verbindung aufbauen. Aber anstatt sich auf ein paar wirkliche Freunde zu konzentrieren, auf die man sich verlassen kann, die einen nicht fallen lassen wenn mal was nicht passt, wird breit gestreut und somit entsteht unnötiger und hausgemachter Stress. Und genau durch dieses „auf sich aufmerksam machen“ entstehen die berühmten Handyrechnungen, die wegen ihrer Ausmaße im Umzugskarton verschickt werden müssen.

Was lernen wir daraus? Liebe Jugendfreunde. Sucht euch ein paar richtige und wichtige Freunde. Das erleichtert das Leben und es bleibt mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge.

In diesem Sinne: c u

Feedback

Sehr geehrte Frau Miller,

vielen Dank für Ihren Brief vom 27.01.2010 an Herrn Krause, der mich bat, Ihre Anfrage zu prüfen und zu entscheiden.

Sie haben ohne Zweifel großes Talent zum Schreiben. Sie schreiben so, dass man mit großem Interesse weiterliest, und man spürt beim Lesen Ihr Mitgefühl und Ihre innere Kraft, die Dinge nicht einfach hinzunehmen sondern sie zu hinterfragen. Und dem, was Sie fragen, und der Art, wie Sie es tun, kann man sich nicht entziehen. Es gelingt Ihnen, beim Leser Resonanz zu erzeugen, ihn zum Nachdenken anzuregen. Dies alles zu können ist nicht jedem gegeben….

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Helmut Herold

Chefredakteur Berliner Woche/Spandauer Volksblatt

Sehr geehrte Frau von der Leyen

Sehr geehrte Frau von der Leyen,

im Internet habe ich gelesen, dass Sie in Ihrer Position als Arbeitsministerin über die Umbenennung und Umstrukturierung von Hartz IV nachdenken. Da ich diese Diskussion schon seit geraumer Zeit verfolge – man kommt nicht umhin, denn es geistert durch alle nur erdenklichen Medien – möchte ich mich nun auch mal persönlich an Sie wenden, um Ihnen meine Meinung und vor allen Dingen meine Vorschläge dazu näher zu bringen. Auch wenn meine Hoffnung, dass dieser Brief bis zu Ihnen durchgestellt wird, sehr gering ist, möchte ich mir trotzdem meine Gedanken von der Seele schreiben. Ein Versuch ist es alle mal wert. Sehen Sie mich einfach als „Stimme aus dem Volk“.

Zuerst möchte ich Ihnen sagen, dass ich Ihre Arbeit als Familienministerin sehr bewundert habe. Man hat gemerkt, dass sie nicht nur große Reden halten können, sondern auch in der Lage sind, das Gesprochene  umzusetzen. Respekt. Das erlebt man leider nicht oft. Man merkt Ihnen an, dass sie „vom Fach“ sind. Sie haben Familie, Sie wissen, wovon Sie reden, da Sie es selbst erleben. Das zahlt sich halt doch aus.

Nun habe ich natürlich auch große Hoffnungen in Ihre Arbeit als Arbeitsministerin. Es wäre wirklich ein guter Ansatz, wenn man das allseits verhasste und zum Schimpfwort verkommene Hartz IV ändert. Schlimm finde ich, dass gerne alle Empfänger dieser Unterstützung über einen Kamm geschoren werden und dies auch noch von öffentlichen Personen forciert wird. Faul, dumm, Schmarotzer. Das ist doch die allgemeine Einschätzung und Aburteilung für Hartz IV Empfänger. Aber so ist es beim besten Willen nicht. Ich kenne viele, denen es so schlecht geht, dass sie auf Hartz IV angewiesen sind. Und die sind nicht faul, auch nicht dumm und schon gar keine Schmarotzer. Denen wird einfach nicht die Möglichkeit gegeben, einer Arbeit nachzugehen.

Wenn ich nur mal von mir ausgehe: ich habe einen Sohn und bin alleinerziehend. Das habe ich mir nicht so ausgesucht, aber manchmal ist es besser, ein Kind alleine, umgeben von der eigenen Familie (Oma und Opa) großzuziehen, als mit dem Vater des Kindes zusammen zu leben und unglücklich zu sein. Das hilft keinem Kind. Mein Sohn ist leider ein kleines Sorgenkind. Der liebe Gott hat es mit ihm nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt. Der Vater meines Sohnes beteiligt sich am Leben seines Kindes fast ausschließlich in Form der ihm gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Unterstützung.

Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines – noch dazu krankes – Kind und die Arbeitszeiten im Handel ließen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Auf jeden Fall nicht von Arbeitgeberseite her. Da waren auf einmal die vielen Jahre, die ich immer pflichtbewusst zur Arbeit gegangen bin, in denen ich viele Überstunden gemacht habe und viel Freizeit für die Firma geopfert habe, vergessen. All dies zählte nicht mehr, als es Zeit war, nun mir ein wenig entgegen zu kommen. Akute Alzheimer Anfälle machten sich in den Köpfen meiner Vorgesetzten breit. Das Wort „flexible Arbeitszeiten“ stand nur im Arbeitsvertrag. Angewandt konnte es nicht werden. Und so wurde ich ganz einfach ausgetauscht. Durch eine jüngere, flexible und vor allen Dingen billigere Arbeitskraft. Familienfreundlich ist was anderes.

Aus der Not heraus entschied ich mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Ich hatte nun inzwischen schon einiges in meinem Leben mitgemacht und erlebt, aber was ich während dieser Zeit an Niederträchtigkeit und Skrupellosigkeit erleben musste, sprengt glaube ich jede Vorstellungskraft. Weil die Zahlungsmoral meiner Kunden teilweise genau so schlecht war wie ihre Absichten und durch zusätzliche private Schicksalsschläge, musste ich mein Leben neu überdenken und ordnen. In diesen Wochen bezog ich dann doch das so verhasste Hartz IV. Und warum? Weil mir einfach keine andere Wahl blieb. Was sollte ich denn machen? Ich habe ein Kind. Ich bin nicht flexibel. Mir gab keiner eine Chance.

Nun habe ich den richtigen Weg gefunden und baue mir eine neue und sichere Zukunft auf. Finanziell unabhängig und mit weinger Sorgen. Als freie Autorin und Texterin findet sich immer eine Aufgabe für mich. Auch hier ist es nicht einfach, ein Bein auf den Boden zu bekommen. Aber aller Anfang ist schwer und ich habe gelernt zu kämpfen.

Was ich eigentlich damit sagen möchte: nicht alle sind gleich. Man kann nicht alle Hartz IV Bezieher über einen Kamm jagen und somit darf die Neue und hoffentlich gerechtere Unterstützung auch nicht für alle gleich ausfallen, sondern muss an die Bedürfnisse der Bezieher angepasst werden. Ich diskutiere schon lange mit meiner Familie und meinen Freunden dieses Thema. Wir kommen alle aus unterschiedlichen Schichten, vom Schüler bis zum Betriebsleiter ist alles vertreten. Aber wir sind uns alle einig, dass das Geld fleißabhängig gezahlt werden muss. Es sollte ein sehr geringes „Grundgehalt“ geben. Das darf aber wirklich nur so gering sein, dass man den sprichwörtlichen „Dreck unter den Fingernägeln“ essen möchte. Geld für Zigaretten, das Bier am Abend oder anderen Luxus muss man sich verdienen. Um Mietschulden zu vermeiden, sollte die Miete gleich vom Amt an den Vermieter überwiesen werden. So lassen sich dort auch besser Betrügereien vermeiden. Finanziell und personell ist dies kein großer Aufwand. Die Kontodaten können bei der Beantragung von Hartz IV gleich mit aufgenommen werden. Der Rest geht per Dauerauftrag.

Und dann kann zuverdient werden. Ich persönlich würde ein Punktesystem einführen. Je mehr Punkte der Bedürftige erreicht, desto höher ist der Zuschuss im nächsten Monat.

  • Werden nachweislich Bewerbungen geschrieben? Dann gibt es mehr Geld.
  • Werden eigenständig Praktikumsplätze gesucht? Dann gibt es mehr Geld.
  • Werden Weiterbildungen gewünscht und wahrgenommen? Dann gibt es mehr Geld.
  • Wird aktiv mit dem Arbeitsamt zusammen gearbeitet? Dann gibt es mehr Geld.

Und so kann man die Liste unendlich weit fortsetzen. Zum Beispiel müssen auch kleine Jobs, die angenommen werden, mehr belohnt werden. Lassen Sie den Leuten mehr Geld davon für die eigene Tasche. Das spornt an, gibt Selbstvertrauen.

Im Moment ist es so, dass alle eine feste Summe bekommen. Je nach Personenzahl des Haushaltes. Und wer gut wirtschaftet und keine allzu hohen Ansprüche hat, kann sehr gut davon leben. Aber genau das sind die Leute, über die sich Deutschland aufregt. Nämlich die, die gut davon leben und gar keinen Antrieb haben, was daran zu ändern. Die sich fragen, warum sie früh um 6 Uhr aufstehen sollen, für vielleicht 100 Euro im Monat mehr. Und die 100 Euro gehen womöglich noch für die Fahrtkosten zur Arbeit drauf. Für Bekleidung und Essen. Da hätte ich ehrlich gesagt auch keine Motivation. Wenn die Leute aber aktiv was tun müssen für das Geld, dann hat man sie in Bewegung und es fällt ihnen leichter, dann auch einen Job anzunehmen. Ganz einfache Sache. Wer auf der Couch sitzt, kommt schwerer hoch als jemand, der sich regelmäßig mit dem Thema Arbeit beschäftigt. Auch wenn es nur in Form von Bewerbungen schreiben und den Arbeitsmarkt beobachten ist. Es ist eine Aufgabe – auf ein Ziel hinarbeiten. Nämlich neue Arbeit zu finden. Egal in welcher Form.

Darum: reduzieren Sie das Hartz IV so weit, dass jeder, der dazu in der Lage ist, sich was zuverdienen muss, um davon einigermaßen leben zu können. Natürlich gibt es bei den Beziehern auch Leute, die wirklich nicht arbeiten können. Die aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sind oder die kranke und behinderte Personen betreuen. Da muss es dann eine andere Regelung geben. Dies ist aber sicherlich der kleinere Teil der Bezieher.

Und noch ein ganz wichtiger Punkt, der zwar teilweise nicht mehr in Ihr Aufgabengebiet fällt, aber doch unbedingt geklärt werden muss. Das Kindergeld darf nicht auf die Unterstützung angerechnet werden. Und wenn dies doch gemacht wird, dann müssen die Erhöhungen auch bei allen Kindern ankommen. Denn genau die, die es unbedingt benötigen, haben nichts davon. Dadurch, dass es mit Hartz IV verrechnet wird, bleibt am Ende nicht mehr Geld übrig. Und auch der hochgesetzte Kinderfreibetrag kommt nur denjenigen zugute, die einen Job haben und genug Steuern bezahlen, um an diese Grenze zu gelangen. Diese Leute haben genug Geld. Bei denen kommt es nicht auf 20 Euro mehr oder weniger im Monat an. Das ganze Thema Kindergeld sollte sowieso anders angegangen werden. Warum wird nicht einfach nur ein Teil des Kindergeldes ausgezahlt und der andere Teil lieber in ein warmes Mittagessen in den Kindergärten und Schulen investiert? Oder in kostenlose Schulbücher? Es gibt so viele Möglichkeiten, wie man allen Kindern, egal welcher Herkunft, zu gleichen Teilen helfen kann. Jede Familie mit geringen finanziellen Mitteln freut sich, wenn die Kinder jeden Tag ein kostenloses warmes Essen bekommen. Und auch die finanziell besser gestellten dürfte das freuen, denn die gehen arbeiten und haben keine Zeit, mittags zu kochen. Wie sieht es zusätzlich mit einer Milch zum Frühstück aus? Das ist durchaus machbar. Dafür muss noch nicht mal an jeder Schule und in jedem Kindergarten eine Küche sein. Die Catering Firmen können das übernehmen. Essen auf Rädern, dass ist die Lösung. Wenn ich mir hier die Firmen anschaue, die dies anbieten, dann geht das bei 2 Euro pro Portion los. Wenn man gut kalkuliert, kann man mit 3 Euro pro Tag und Kind ein sehr gesundes und vor allen Dingen abwechslungsreiches Essen zusammenstellen. Gehen wir von 20 Tagen pro Monat aus, die in den Einrichtungen verbracht werden und wo das Essen dort eingenommen wird, sind das 60 Euro pro Monat und Kind. Und um auch gleich den Wettbewerb der Firmen, die dies liefern zu unterbinden und um Dumpingpreisen und schlechter Qualität vorzubeugen, sollte ein Festbetrag gezahlt werden. Den Zuschlag sollte die Firma bekommen, die für diesen Preis das beste Essen liefern kann. Die Qualität kann regelmäßig vom Gesundheitsamt überprüft werden. Diese kontrollieren eh regelmäßig die Firmen auf Sauberkeit und Qualität der Speisen und Getränke, da kann dies mit überprüft werden. Es entstehen also auch hier keine unüberschaubaren weiteren Kosten. Ganz im Gegenteil. Es werden sogar noch neue Arbeitsplätze bei den Catering Firmen geschaffen. Vielleicht für ehemalige Hartz IV Empfänger?

Sie sehen, ich habe wirklich sehr viele Ideen, so wie Sie sicherlich auch. Und wenn die Bürokratie in Deutschland nicht so eine wahnsinnig große Entwicklungsbremse wäre, wenn nicht alles erst Monate lang von Ausschüssen und Gremien geprüft werden müsste, dann könnten Erleichterungen und Verbesserungen für einen großen Teil der Bevölkerung schnell herbeigeführt werden. Aber wie sagt man so schön: wenn das Wörtchen wenn nicht wäre….

In diesem Sinne: ich wünsche Ihnen ein glückliches Händchen bei Ihren Entscheidungen. Mögen sie Gerecht und Fair für alle ausfallen. Über eine Antwort würde ich mich selbstverständlich sehr freuen. Und wenn Sie mal jemanden brauchen, der Ihnen einen Bericht oder Artikel schreibt, der sich mit solchen Themen auseinandersetzt, oder einfach nur noch mehr von meinen Ideen wissen möchten, dann melden Sie sich bei mir. Ich stehe Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung und helfe.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Anna Miller

Ein harter Kampf

Beim allabendlichen Relaxen auf dem heimischen Sofa schweiften meine Gedanken mal wieder ab und ich musste an eine junge Frau denken, deren Schicksal mich sehr bewegt. Warum? Weil es meinem sehr ähnelt.

Hier die Geschichte dazu:

An einem recht sonnigen und angenehm temperierten Herbsttag war ich mit meinem Sohn den nahe gelegenen Spielplatz unsicher machen. Es geht nichts über ein wenig Bewegung vor dem Abendessen. Das steigert den Appetit ungemein und führt zu einer gewissen Bettschwere bei Menschen unter 1,30 m Körpergröße.

Mein Sohn rutschte und grub den Sandkasten um, ich suchte mir ein ruhiges Plätzchen um ein wenig zu lesen und meinen Gedanken freien Lauf zu lassen.

Nach ein paar Minuten gesellte sich Sarah mit ihren 2 Kindern  zu uns. Wir kannten uns schon vom Spielplatz. Die Kinder spielten gerne miteinander, wir redeten nebenbei. Da ich nicht wirklich kontaktfreudig bin, bewegte sich unsere Konversation auf Hausfrauenniveau. Belangloser Smalltalk. Doch an diesem Tag war irgendwie alles anders. Sarah wirkte bedrückt und sah sehr nachdenklich aus. Dass sie nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stand, hatte ich bei früheren Begegnungen schon raus hören können. Da das Leben eine Achterbahnfahrt ist, gibt es nicht nur Höhen, sondern auch viele Tiefen. An diesem Tag kam sie aber sehr merkwürdig rüber und so musste ich wohl oder übel meine Introvertiertheit ablegen, um das Niveau unseres Gespräches ein wenig anzuheben. Wir tauschten das erste Mal private Dinge aus. Was sie mir dann erzählte, übertraf selbst meine Erwartungen um einiges.

Ich fragte sie in meinem jugendlichen Leichtsinn, was sie denn arbeite. In den vorangegangen Gesprächen konnte ich feststellen, dass sie durchaus gebildet war. Als Antwort bekam ich ein trockenes und sarkastisches Lachen.

Und dann fing sie an, mir ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Sie erzählte mir von ihrem Studium, dass sie mit einem akademischen Grad abschloss. Lange in einem gut bezahlten Job arbeitete, den aber verlor, weil der Vater ihrer Kinder sie verlies und sie somit niemanden mehr hatte, der die Kinder betreuen konnte, wenn sie auf Dienstreise war oder länger arbeiteten musste. Sie berichtete mir von alten Freunden, die sich von ihr immer mehr zurückzogen, weil sie auf einmal nicht mehr interessant war und das Geld nicht mehr hatte, um auf Partys zu gehen. Vom täglichen Kampf mit Hartz IV, von den Vorurteilen der Umwelt, die sie teilweise als faul und arbeitsunwillig beschimpften, ohne auch nur einen Hauch von Ahnung zu haben, wie sie lebt und warum sie keinen geeigneten Job findet, von unsäglicher Bürokratie auf Ämtern und Behörden, die ihr und ihren Kindern das Leben noch mehr erschwerten. Von Weinkrämpfen, die sie abends hatte, wenn die Kinder im Bett waren und sie über ihre ausweglose Situation nachdenken konnte. Und von dem täglichen Kampf, den Kindern ein halbwegs normales Leben zu bieten zu können, obwohl das mit HartzIV schlichtweg unmöglich ist.

Nur wie kann es überhaupt soweit kommen? Wie kann es sein, dass man einfach so aussortiert wird. Abgelegt, weil nicht mehr gebraucht. Aufs gesellschaftliche Abstellgleis geschoben.

Der Abstieg geht schnell. Eben noch auf der Showbühne des Lebens, der große Star und nun lassen sie dich noch nicht mal mehr in das Studio hinein. Selbst der Job als Toilettenfrau ist schon vergeben und man muss sich ganz hinten wieder anstellen.

Gerade als alleinerziehende Mutti kann es ganz schnell ganz hart und einsam werden. Eigentlich hatte man sich vorgenommen, eine coole Mama zu sein. Auf die jedes Kind stolz sein kann. Mit einem Job, der Spaß macht, viel Zeit für die Kinder, tollen Freunden und einem noch tolleren Mann an der Seite. Tja, aber oft kommt es anders, vor allen Dingen als man denkt. Nun steht man alleine da, muss selbst sehen, wie man mit Kindern, Haushalt und Leben klar kommt. Der Job ist weiter entfernt als der Mond. Viel Zeit für die Kinder hat man, aber leider ohne Job kein Geld, um die viele freie Zeit auch sinnvoll füllen zu können. An die Freunde, die man mal hatte, kann man sich nur noch schwach erinnern. Und der tolle Mann? Nun ja, das Exemplar, in das man sich vor Jahren mal verliebt hatte und der der Vater der traumhaften Kinder werden sollte, hat den Akt der Zeugung zwar noch mitgenommen, es dann aber doch lieber vorgezogen, sich ein neueres, jüngeres und vor allen Dingen kinderloses Modell Frau zu suchen. Und so ist aus der einstmals geplanten coolen Mama die jetzige frustrierte und verzweifelte Frau  geworden.

In solch einer Situation resigniert man schnell, wenn man nicht selbst fest von seinen Leistungen überzeugt ist. Wenn man keine Unterstützung und Zuspruch bekommt. Genau dies war bei Sarah passiert. Sie hatte einfach keine Kraft mehr, sich das Leben schön zu reden, wenn es doch nicht schön ist.

Armut, und das liegt in diesem Fall vor, kann sehr hart sein. Denn meist ist man nicht nur finanziell „arm“, sondern auch gesellschaftlich. Und das ist noch viel schlimmer. Denn ohne Freunde und ohne soziales Umfeld, die einem zur Seite stehen, mit denen man seine Probleme besprechen kann und die da sind, wenn es einem schlecht geht, kann man die vielen anderen alltäglichen Sorgen und Ängste nicht ertragen und bewältigen. Ein stabiles soziales Umfeld dagegen, ein Netzwerk, das einen auffängt wie eine Hängematte, wenn es mal nicht so rund läuft, kann eine große Hilfe sein und macht den Alltag erträglicher.

Wer möchte, darf mir gerne seine Gedanken, Anregungen, Erlebnisse und Wünsche schreiben. Ich freue mich sehr.

Eine Bemerkung zum Schluss sei mir noch gestattet: arm ist nur wirklich der, der keine Gefühle im Herzen hat und andere ausgrenzt, weil sie nicht seinem Lebensstil entsprechen. Alles andere kann man regeln und sich damit arrangieren, aber menschliche Kälte ist schwer zu ertragen.

In diesem Sinne wünsche ich Allen eine schöne Woche.

Schlabberlook im Luxuspool

Schlabberlook im Luxuspool

Was jetzt kommt, ist nicht ganz Jugendfrei. Und ich gebe zu, auch ein wenig Gemein. Es geht um nackte Tatsachen. Um viel zu viel Haut, um Geschmacklosigkeit und ganz viel Fremdschämen. Böse Zungen behaupten, dass ich fies und diskriminierend bin. Älteren Damen gegenüber. Oh weh. Aber das bin ich ganz sicher nicht. Ich mag Jeden und Alles. Das schwöre ich. Nur habe ich da was erlebt, dass muss ich einfach mal zum Besten geben. Denn es ist so unglaublich, dass es schon wieder komisch ist.  Ich hoffe ihr verzeiht mir und niemand fühlt sich persönlich angegriffen oder beleidigt. Denn das soll nicht das Anliegen dieses Artikels sein.

Folgendes Szenario: ein 5 Sterne Hotel irgendwo in Deutschland. Das Publikum erlesen, bei den Zimmerpreisen nicht anders zu erwarten. Der Pool in eben diesem Luxusdomizil ist umgeben von traumhaften Relaxingliegen, die mit kuschelweichen Handtüchern belegt sind. Es ertönt sanfte, leise Musik, die Luft wie auch das Wasser sind wohl temperiert und ich entspanne gerade im Jacuzzi. Ein Traum. Auf einmal betritt eine Dame mittleren Alters den Poolbereich. Da ich nicht dort bin, um fremde Leute zu beobachten, widme ich ihr nicht weiter meine Aufmerksamkeit und genieße lieber mein Sprudelbad. Die Dame sucht sich eine Liege, legt ihren Bademantel ab und steigt in den Pool. So weit, so gut und alles easy. Sie schwimmt ein paar Bahnen, relaxt am Beckenrad und genießt höchstwahrscheinlich genau so wie ich die Annehmlichkeiten dieser Einrichtung.

Doch dann, Freunde des guten Geschmacks, passiert es. Und ich kann nur eins sagen: Selbst ich musste da sehr schwer schlucken. Glaubt mir, ich habe schon viel gesehen. Aber dies übertraf alles.

Wir alle kennen die Szene aus dem James Bond Film, wo Halle Berry gekonnt aus dem Meer steigt, nur bekleidet mit einem knappen Bikini. Sie streicht sich über die Haare und sieht einfach umwerfend aus. Wahrscheinlich kannte die Dame diese Szene auch. Eventuell ein großer Fan von Halle Berry oder der James Bond Reihe? Man weiß es nicht. Vielleicht dachte sie sich auch einfach, dass auch sie mal einen solch filmreifen Auftritt hinlegen sollte. Tja, nur leider hatte die Dame, die ich live in dieser Szene bewundern musste (ja, ich schreibe bewusst „musste“, denn man konnte nur hinschauen) wenig gemein mit Halle Berry. Wirkliche Gemeinsamkeiten ließen sich auch beim zweiten bis elften Blick auf das Szenario nicht finden. Vielleicht bis auf das Wasser. Bei der Dame war unschwer zu erkennen, dass sie sich ohne weiteres den Aufenthalt in diesem Etablissement leisten konnte. Dick mit Gold behangen, die Ohrläppchen vom Gewicht schon ganz lang, den Hals zierte eine Kette, wie man sie sonst nur bei 50Cent und seinen Sangesbrüdern erwartet. Schön den schon etwas in die Jahre gekommen Hals verdeckend. Und wie sie so aus dem Pool stieg, fiel mir auf, dass sie ein kleines, aber sehr wichtiges Kleidungsstück vergessen hatte. Zum Leidwesen meiner geschundenen Augen. Ich weiß nicht, ob sie schon beim besteigen des Pools so lose bedeckt war, oder sie sich erst im Pool von diesem für sie anscheinend unwichtigen Stück Textil entledigt hat. Ich konnte es leider nicht mehr nachvollziehen. Nun, um es kurz zu machen: sie hatte irgendwie ihr Bikinioberteil vergessen. Oder verloren? In den Fluten des Pools? Da bei ihr in keinster Weise irgendein Gefühl der Unsicherheit oder gar der Scham sichtbar war, gehe ich davon aus, dass sie von diesem kleinen Fauxpas wusste und ihr „Auftritt“ geplant war.

Um der Etikette das Wort an dieser Stelle zu erteilen: es gehört sich schlichtweg nicht, mit entblößten Brüsten in den Pool – oder in diesem Falle – aus dem Pool zu steigen. Schon gar nicht in einem Etablissement, wo das Standardzimmer 300 Euro die Nacht kostet. Ohne Frühstück versteht sich. Ich habe nichts gegen nackte Frauenbrüste. Sie müssen nur 3 Kriterien erfüllen. Sie sollten an einer Frau sein, die jünger als meine Oma ist, sollten nur an Orten auftauchen, wo dies erwünscht ist und sollten nicht die Form und Konsistenz eines leeren Feuerwehrschlauches mitbringen. Das ist Knigge für Anfänger und jedem sollte geläufig sein, das ein Auge auch nur ein Mensch ist und darum nur bis zu einer bestimmten Grenze belastbar. Alles andere, was diese 3 Kriterien nicht erfüllt, sollte doch bitte nett verpackt werden. Und um allen Kritikern und Nörglern, die mir jetzt womöglich Intoleranz vorwerfen, gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen:  auch ich packe meine Brüste nicht überall und jederzeit aus. Nicht weil sie mir bis in die Schuhe hängen, sondern weil ich schlicht und einfach einen schönen Bikini oder Badeanzug viel netter finde, als ein paar Titten, die wild in der Gegend herum baumeln und ein Eigenleben entwickeln.

Die Dame schien allerdings einen anderen Geschmack zu haben und fand sich super toll und sexy. Und so stieg sie lasziv die Pooltreppe herauf, schleuderte ihr nasses Haar nach hinten und ich dachte nur: Mein Gott, gleich tritt sie drauf. Nicht etwa auf die Haare, nein Mädels, auf ihre Feuerwehrschläuche, die so wenig dekorativ vor ihr rumbaumelten. Da war einfach kein Ende zu sehen. Zwei schlappe Lappen, die da herunter hingen. Wirklich kein schöner Anblick. Noch heute kann man die Panik in meinen Augen sehen, wenn ich Freunden von dieser Begebenheit erzähle. Für die ist das der super Gag. Ich fand es ehrlich gesagt nicht so lustig, weil es einfach sehr unpassend war. Eigentlich hätte ich für diese seelische Grausamkeit, die mir dort aufgezwungen wurde, Schadensersatz fordern müssen. Ich wurde ja unfreiwillig Zeuge. Mir kamen spontan Exhibitionisten in den Sinn. Die zeigen sich auch entblößt der nichtsahnenden Umgebung.

Und was ist die Moral von der Geschichte? Liebe Freikörperkulturliebhaber. Nichts gegen nackte Haut. Egal welchen Alters. Aber bitte nur an den Orten, an denen es erlaubt und erwünscht ist. Denkt dabei nicht nur an euch, sondern auch an die Menschen, die dies sehen müssen. Nicht jeder findet solch freizügiges Auftreten toll und fühlt sich dadurch mitunter belästigt.

Wer mag, darf mir gerne seine Gedanken, Anregungen, Erlebnisse und Wünsche schreiben. Ich freue mich sehr.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim baden.

Walking in my Shoes – und der Vollständigkeit halber das Impressum

Mein Name ist Anna Miller, ich bin Baujahr 1974 und arbeite als freie Autorin und Texterin. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich wohlbehütet unter der Fahne des Arbeiter- und Bauernstaates. Ich war Mitglied bei den Jung- und Thälmannpionieren, um dann nahtlos in die FDJ zu wechseln. Dort schaffte ich es bis in die GOL und kümmerte mich um die Feriengestaltung unserer Hortkinder und die Organisation diverser Kinder- und Jugendfeste. Um gleich etwaige Vorurteile aus dem Weg zu räumen: dies hatte nichts mit Parteiarbeit oder ähnlichem zu tun. Damals war es noch üblich, dass auch in den Ferien die Kinder der unteren Klassenstufen in der Schule betreut werden. Zu meinen Aufgaben zählte zum Beispiel die Organisation von Schwimmbad- und Kinobesuchen, Bastelnachmittagen und ähnlichen Aktionen.

Da mit dem Ende meiner Schulzeit auch Schluss mit dem Arbeiter- und Bauernstaat war, musste ich mich mit der harten Realität des Kapitalismus auseinander setzen und mir eine Lehrstelle suchen. Die Zeiten, in denen davon genug zur Verfügung standen, fein säuberlich aufgelistet in einer Broschüre die sich „Lehrstellenverzeichnis“ nannte, gehörten nämlich ebenfalls der Vergangenheit an. Aber ich hatte Glück. Durch alte „Beziehungen“, konnte ich eine Lehre zum Augenoptiker ergattern und absolvieren. Nicht mein Traumberuf, aber es war ein Beruf und ein Start in das vor mir liegende Leben.

Nach Beendigung meiner Lehre war ich 14 Jahre in diesem Beruf beschäftigt. Da Arbeiten aber nicht alles ist, was ein Leben so ausmacht, beschloss ich, mich nebenbei der Familienplanung zu widmen. Und wie es so ist mit dem planen – nicht alles klappt auf Anhieb. Geklappt hatte es erst, nachdem sich der potenzielle Vater meines nun inzwischen 6 Jahre alten Sohnes entschloss, seine Familienplanung noch etwas auf Eis zu legen. Das Ende vom Lied: ich bin eine alleinerziehende Mutti, die sich um ein kleines Sorgenkind kümmern muss. Der liebe Gott hat es mit meinem Sohn leider nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt.

Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines – noch dazu krankes – Kind und die Arbeitszeiten im Handel lassen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Ich entschied mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Kein Weg, der für mich in Frage kam. Denn ich zähle zu den ehrlichen Menschen.

Da ich schon immer sehr gerne und viel geschrieben und gelesen habe, war dies eine Möglichkeit, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wobei der Begriff „Beruf“ das falsche Wort ist. Für mich ist es viel mehr. Es ist meine Berufung. Schreiben ist genau das, was mir Spaß macht, wo ich mit Freude dabei sein kann und was mich und mein Leben am ehesten widerspiegelt. Eine Ausbildung in dieser Richtung habe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass man Kreativität und/oder Talent nicht antrainiert bekommen kann. Entweder man hat es, oder eben nicht. So etwas muss von Herzen kommen, man muss eine Verbindung eingehen können. Man muss es leben und fühlen. Und ich glaube, dass ich dies recht intensiv mache.

Und somit schreibe ich Artikel in unterschiedlichsten Längen für Zeitungen und Zeitschriften, übernehme Auftragsarbeiten und stehe auch als Texter und Skriptschreiber für das Internet zur freien Verfügung. Nebenbei veröffentliche ich Bücher mit Themen, die mich bewegen und hoffentlich eine breite Leserschaft ansprechen.

Wer in dieser Richtung Aufträge zu vergeben hat, darf sich gerne an mich wenden.

So, ihr lieben, in meinem Leben kennt ihr euch nun aus. Darum möchte ich nun zum Geschäftlichen kommen.

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Anna Miller